Ergonomie im Medical Design
Ergonomie ist ein zentraler Bestandteil von Medical und Healthcare Design. Häufig mit Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verbunden, spielt sie auch in der Medizintechnik eine entscheidende Rolle. Die Berücksichtigung psychologischer und physiologischer Human Factors – etwa der User Experience – erhöht Komfort und Sicherheit für Patientinnen und Patienten und ermöglicht zugleich effizientere Abläufe für das medizinische Personal.
SOARIC Dental-Behandlungseinheit, entwickelt von unserem japanischen f/p design Team für Morita, ist ein anschauliches Beispiel für die Umsetzung ergonomischer Prinzipien im Medizintechnikdesign.
Die preisgekrönte Dental-Behandlungseinheit bietet eine außergewöhnlich große Bandbreite an Systemkomponenten: einen Patientenstuhl mit einteiliger Sitzfläche oder klappbarer Beinstütze für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, ein Dentaltray mit boden- oder mastmontiertem Arm und vieles mehr. SOARIC zeichnet sich durch zahlreiche ergonomische Innovationen aus – darunter die individuell programmierbare Fußsteuerung, das mühelose Aufnehmen und Ablegen der Instrumente, ein integrierbares Mikroskop mit vernetztem Monitor sowie die benutzerfreundliche LCD-Touchoberfläche am Dentaltray.
„Je näher Instrumente am oder im menschlichen Körper eingesetzt werden, desto stärker müssen Ergonomie und Psychologie berücksichtigt werden. Einrichtungen und Geräte, denen Patientinnen und Patienten möglicherweise nicht vertrauen oder die zu einschränkend wirken, können den Heilungsprozess verlängern. Design ist ein wichtiger Faktor für das erfolgreiche Zusammenspiel von Arzt, Patient und Technologie.“
Prof. Dr. phil. Klaus Bengler, Lehrstuhl für Ergonomie, TUM
„Um Produkte erfolgreich am Markt zu platzieren, müssen sie modernen Komfortanforderungen entsprechen. Drei wesentliche Aspekte bestimmen ein komfortables Produkt: Erstens der sogenannte Umgebungskomfort mit Akustik („leise“), Vibrationen („vibrationsarm“) und Klima („angenehm“). Zweitens müssen räumliche Bedingungen und aufzunehmende Kräfte den Voraussetzungen des menschlichen Körpers entsprechen; dies wird unter dem Begriff anthropometrisches Design zusammengefasst. Darüber hinaus ist der Informationsfluss zwischen Mensch und Maschine – etwa Kompatibilität sowie die Codierung von Anzeigen und Bedienelementen – ein zentrales Thema. Ziele sind eine einfache, intuitive Bedienung, eindeutiges Feedback und eine geringe Fehlerwahrscheinlichkeit. Mit geeigneten Datenquellen, Methoden, Menschmodellen und Simulationsverfahren lassen sich bereits in der Entwurfsphase fundierte Aussagen für unterschiedliche Nutzergruppen treffen.“
Frenkler, F., 2020. Der Bericht. Industrial Design an der Technischen Universitaet Muenchen.
Weitere Informationen finden Sie im Buch, das Sie hier herunterladen können.